Melanie Faißt: „Skispringen ist ein unbeschreibliches Gefühl“

Der Schwarzwald ist die Heimat der „Ski-Adler“, die mit ihren weiten Flügen Wintersportgeschichte geschrieben haben: Dieter Thoma, Christof Duffner, Martin Schmitt. Jetzt machen Schwarzwälderinnen von sich reden.

Nun setzt sie ihre große Hoffnung auf die erste Weltcupsaison der Damen, die im Dezember 2011 startet. Sie wird bis zum 11. März an neun Orten ausgetragen. Die beiden deutschen Springen sind im Schwarzwald geplant: am 6. Januar 2012 in Schonach und am 8. Januar in Hinterzarten.

Melanie Faißt richtet ihren Blick aber auch schon auf Olympia 2014. In Sotchi wird Damenskispringen erstmals eine der olympischen Disziplinen sein.



Wir fragten die Schwarzwälder Olympia-Hoffnung nach ihren sportlichen Zielen:
Melanie Faißt: Zunächst will ich gut in die erste Weltcup Saison starten. Darauf liegt mein Schwerpunkt. Vielleicht komme ich auch zum Skifliegen. Natürlich ist es ein Traum, 2014 in Sotchi zu starten. Ich werde alles daran setzen, dass er auch in Erfüllung geht.

Warum wurden Sie Skispringerin?
Am meisten gereizt hat mich, dass es nicht jeder macht. Aber in meiner Familie ist praktisch jeder mit Skispringen infiziert.

Was für ein Gefühl ist es, auf der Skisprungschanze zu stehen? Wann hatten Sie zum letzten Mal Angst?
Ich glaube Angst ist das falsche Wort. Man hat Respekt und das ist auch wichtig. Das Kribbeln im Bauch darf man nicht verlieren. Oben zu stehen und wieder runter zu fahren – das macht einfach irrsinnig viel Spaß. Jeder Sprung ist etwas Besonderes.

Wie ist das Gefühl in der Luft? Ist das wirklich wie Fliegen?
Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich. Es ist eine Mischung aus entspannt durch die Luft fliegen und die Spannung halten. Man muss genau den Mittelweg finden.

Was würden Sie einem Mädchen raten, das so gut werden will wie Sie?
Sich nicht einreden lassen, dass Mädchen das nicht können. Man muss ehrgeizig sein und bereit sein hart zu trainieren. Es ist was ganz Besonderes und sobald man einen Sprung unten hat, kommt alles andere ganz von alleine.

Viele deutsche Skispringer stammen aus dem Schwarzwald oder trainieren hier. Sind hier die Bedingungen besser als in anderen deutschen Wintersportregionen?
Ja, ich denke hier im Schwarzwald ist es einfach perfekt. Es ist eigentlich immer Schnee vorhanden oder so kalt, dass man Schnee schießen kann. Wir haben hier mit Hinterzarten einen sehr guten Stützpunkt und im Schwarzwald viele Sprungschanzen. Auch in Baiersbronn auf der Ruhesteinschanze haben wir sehr gute Bedingungen für ein optimales Training.

Wie halten Sie sich im Sommer fit?
Im Sommer spiele ich meist Fußball. Es ist genau das Gegenteil zum Skispringen: Man hat ein Team und kämpft nicht alleine.

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