Kleine Geschichte des Geocachens
Geocaching ist in seiner ursprünglichen Form ein internationales Spiel, bei dem die Spieler sich untereinander einladen, „Schatzkisten“ mit Hilfe des „Global Positioning System (GPS)“ zu verstecken und zu finden. Die Anleitungen zum Auffinden dieser Schätze - im Fachjargon „Caches“ genannt - stehen im Internet auf speziellen Websites.
In erstaunlich kurzer Zeit entwickelte sich diese Idee zu einem weltweiten Freizeitspaß. Die einzigen Voraussetzungen mitspielen zu können, sind ein Zugang zum Internet und der Besitz eines GPS-Gerätes.
Das GPS wurde anfangs zu militärischen Zwecken von den USA entwickelt. Der erste Satellit wurde schon 1978 ins All geschickt, aber erst 1995 erreichte das System seine volle Einsatzbereitschaft. Um militärische Gegner von der Nutzung des Systems auszuschließen, wurde das Satellitensignal verzerrt. Die Grundsteinlegung des ersten Caches fand am 1. Mai 2000 statt, als diese Verzerrung abgeschaltet wurde und das Global Positioning System zur zivilen Nutzung freigegeben wurde.
Zur Feier der allgemeinen Freigabe des GPS versteckte Dave Ulmer in den USA eine Kiste mit kleinen Überraschungen und gab deren Koordinaten in der Newsgroup „sci.geo.satellite-nav“ bekannt. Die Dose wurde innerhalb eines Tages gefunden. Wenige Tage später gab es zahlreiche andere Verstecke in den USA und binnen einen Monats den ersten Cache in Australien. In Deutschland wurde der erste Cache im Oktober 2000 ausgelegt.
Ulmer nannte das Spiel „stash hunt“. Das Wort „stash“ stammt aus der Gaunersprache und stand für „geheimes Versteck“, aber auch für „Lager für illegale Waren“ oder „persönlicher Vorrat an Betäubungsmitteln“. Wegen dieser eher negativen Bedeutungen schlug man bald das neutralere Wort „Cache“ als Benennung für das Schatzversteck vor. Dieses Wort entstammt dem Wortschatz der amerikanischen Trapper und bedeutet „Warenlager“, „Warenversteck“.
Das Spiel wurde immer beliebter und schon bald wurden die Koordinaten der Caches auf einer eigens eingerichteten Website veröffentlicht. Im September 2000 ließ Jeremy Irish eine Website mit dem Namen „Geocaching.com“ registrieren. Er übernahm die schon existierende, erste Website und baute von da an eine komfortable, weltweit nutzbare Seite auf.
Jeremy Irish betreibt diese Seite kommerziell. Die einfache Nutzung der Website ist kostenlos. Für einen jährlichen Beitrag von derzeit 30 Dollar können die Nutzer aber einen Premium-Service erhalten. Irish vertreibt daneben Artikel rund um das Geocachen und erlaubt anderen Anbietern gegen Bezahlung auf der Website für ihre Artikel zu werben.
Gegen die kommerzielle Nutzung der Website gab es von Anfang an Proteste und Boykottaufrufe. Es wurden weitere offene, nicht kommerzielle Websites geschaffen. In Deutschland etwa „Opencaching.de“ und in Amerika „Navicache.com“. Viele der auf diesen Seiten gespeicherten Caches sind jedoch gleichzeitig auch bei „Geocaching.com“ gelistet.
„Geocaching.com“ ist die größte und auch komfortabelste Cachesammlung der Welt. Im Januar 2007 listete „Geocaching.com“ 359.375 Caches weltweit. In Deutschland lagen davon rund 28.000 Caches, im Schwarzwald rund 200 privat betriebene Caches.













