In Oberkirch "brennt" jedes Haus

In Oberkirch "brennt" fast jedes Haus. Über 900 Brennereien gibt es dort.

Wenn das kein Rekord ist: 902 Hausbrennereien destillieren in Oberkirch aus den köstlichen Früchten Kirschwasser, Mirabellen- und Zwetschgenwasser, Himbeergeist, William und viele weitere hochqualitative Edelbrände. Ein einmaliges Privileg, dass die Stadt der Kirche zu verdanken hat.

Anno 1726 gestattete der Straßburger Bischoff Rohan den Bauern seines Herrschaftsgebiet rechts des Rheins, überschüssiges Obst zu destillieren. Bis heute behaupten die Kleinbrenner ihr uraltes verbrieftes Recht.

Im Renchtal, mit der historischen Stadt Oberkirch, sind 1.500 Brennereien registriert. Dieses Zentrum für Obst- und Weinbau trägt seit Generationen zum guten Ruf des Schwarzwälder Kirschwassers bei. Jeder Besitzer eines Brennrechtes darf 300 Liter reinen Alkohol, das sind 600 Liter Schnaps, herstellen.

Bei der jährlichen Branntwein-Prämierung in der nahen Kreishauptstadt Offenburg wetteifern die Brenner mit ihren Erzeugnissen um Auszeichnungen und Trophäen. Um zu derartigen Ehren zu gelangen, muss der Brenner über eine große Erfahrung, Wissen und Können verfügen. Oftmals werden die Rezepte über Generationen weitergegeben und vererbt.

Eine typische Spezialität ist der Topinambur, im alemannischen „Rossler“ genannt. Er ist bei Gesundheitsbewussten wie bei Gourmets gleichermaßen beliebt. Hergestellt wird diese Spezialität aus der Topinamburknolle, die wie die verwandte Kartoffel aus Nordamerika stammt. Dort haben sie die Indianer vom Stamme Topinamba am Sankt Lorenzstrom kultiviert. Nach einem üppigen Mahl soll er wahre Wunder bewirken. Bei manchen Diabetikern wird er als Geschenk des Himmels verehrt.

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